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Wasserknappheit ist auch in Deutschland ein Thema. Recherchen von Correctiv zeigen auf, das Wasserknappheit in vielen Regionen zu heftigem Streit fĂŒhrt.
Ausgetrocknet â Deutschland kĂ€mpft um Wasser
Das Recherche-Team von Correctiv hat rund 350 Verfahren zu Wasserkonflikten in der juristischen Datenbank Juris ausgewertet. Das Ergebnis: In 11 von 16 BundeslÀndern haben die gerichtlichen Konflikte um Wasser im Vergleich zu den zehn Jahren davor zugenommen. In Bayern haben sich die Verfahren in den letzten zehn Jahren gar fast verdoppelt.
In vielen Gegenden machen Schlagzeilen zur Trockenheit in den Lokalmedien immer wieder die Runde. In Böblingen in Baden-WĂŒrttemberg gilt seit Anfang Juni ein striktes Verbot: Wasser aus FlĂŒssen und BĂ€chen darf nicht entnommen werden. Unklar ist, wer Vorrang bekommt, wenn Wasser knapp werden sollte.
Laut den Recherchen von Correctiv bleiben Bund und LĂ€nder weitgehend untĂ€tig. FĂŒr den Fall der Wasserkrise gibt es keinen konkreten Plan. Es gebe keine Einsparziele oder Vorgaben fĂŒr groĂe wasserintensive Industrien wie fĂŒr den Bergbau oder die Chemie. Oftmals zahlen Unternehmen auch nichts fĂŒr die vielen Millionen Kubikmeter Wasser, die sie verbrauchen â im Gegensatz zu BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Die gesamte Recherche gibt es bei Correctiv. Link
RĂ€tselraten um Gazprom
Ăblicherweise werden durch die Gas-Pipeline Nord Stream 1 tĂ€glich 167 Millionen Kubikmeter durchgeleitet. Aktuell sind es aber nur 100 Millionen. Der russische Gasmonopolist Gazprom berichtet von „technischen Störungen“ an einer Kompressorstation. Siemens habe dafĂŒr nicht rechtzeitig Teile geliefert. Unklar ist aber, ob die Turbine fĂŒr die Station jetzt schon ausgetauscht werden muss.
Die Reaktion aus dem Bundeswirtschaftsministerium dazu klingt ernĂŒchternd: „Wir beobachten die Lage und prĂŒfen den Sachverhalt“. Die Bundesregierung stellt sich auch darauf ein, dass sie den deutschen Gazprom-Ableger Gazprom Germania lĂ€nger in der Treuhand-Verwaltung fĂŒhren wird und finanziell stĂŒtzten muss.
Ende MĂ€rz wurde Gazprom Germania unter die Verwaltung der Netzagentur gestellt. Im Mai hatte Russland dann Sanktionen gegen das Unternehmen verhĂ€ngt. GĂŒnstige LiefervertrĂ€ge waren damit dann ausgelaufen, Gazprom Germania musste sich dann zu weit höheren Preisen eindecken. Mit einem milliardenschweren Darlehen der Staatsbank KfW soll nun die ZahlungsunfĂ€higkeit von Gazprom Germania verhindert werden. Die SĂŒddeutsche Zeitung berichtet. Link
Likes von Soldaten fĂŒhren zu MAD-Ermittlungen
Nach Recherchen von NDR und SWR sind auf der Musikplattform Soundcloud zahlreiche rechtsextremistische Titel frei zugĂ€nglich. Im Mai fĂŒhrte Soundcloud gemeinsam mit Europol und sechs europĂ€ischen Polizeibehörden eine Aktion gegen Internet-Propaganda durch. 300 rechtsextremistische Titel wurden dabei gelöscht.
Ein paar Wochen spĂ€ter finden sich die Titel aber wieder auf der Plattform. In einer stichprobenartigen Suche fanden NDR und SWR mehr als 150 Titel von Alben, die auf dem Index stehen â einer Liste jugendgefĂ€hrdender Medien. Soundcloud selbst halte sich aber an die geltende Rechtslage.
Denn nach dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz mĂŒssen Plattformen Inhalte innerhalb von 24 Stunden löschen, aber erst nachdem sie ihnen gemeldet wurden. Aktiv mĂŒssen sie nicht danach suchen. Das Recherche-Team erhĂ€lt auch Aussagen von Soldaten, die auf der Plattform rechtsextremistische Songs liken. Ihnen drohen Ermittlungen des MilitĂ€rischen Abschirmdienstes. Die Tagesschau berichtet. Link
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